Bodenverbesserung des in Stammham vorwiegend lehmig-tonigen Bodens

   

Pflanzenreste vom Staudenschnitt im Frühjahr einfach grob zerkleinern und als Mulch liegen lassen.

     

Mulchen mit Grasschnitt                                               Ein Komposthaufen lohnt immer, der entstehende Kompost erhöht den humosen Anteil im Boden

Wie stelle ich fest, ob mein Gartenboden lehmig oder tonig ist?

  • Machen sie den Boden feucht und versuchen sie daraus Kugeln zu drehen. Je fester sie werden desto toniger ist der Boden.

Sandiger Boden lässt sich nicht gut zu haltbaren Kugeln formen, die Kugeln zerfallen gleich wieder. Etwas besser funktioniert die Knödel-Methode mit guter humushaltiger Gartenerde, welche mit vielen Pflanzenfasern durchsetzt ist.

Sandiger Boden                              Lehmiger Boden                                Toniger Boden

Lehmiger Boden hat Vor- und Nachteile:

Vorteil: Er hält gut die Feuchtigkeit, das heißt, wir müssen weniger gießen als Gartenbesitzer mit sandigem Boden.

Nachteil: Lehmboden ist nicht besonders gut durchlüftet. Die Pflanzwurzeln bekommen keinen Sauerstoff. Empfindliche Pflanzen gehen davon sogar ein.

Wie verbessere Ich meinen Boden:

Bevor sie ein Beet anlegen, egal ob ein Gemüsebeet oder ein Blumenbeet sollten sie in folgenden Schritten vorgehen.

  1. Einmaliges Düngen mit strohigem! Pferdemist. Graben sie eine 5-10 cm dicke Pferdemistschicht ca. 1 Spaten tief in die Erde ein. Dazu wird die erste Beetreihe ausgegraben und an das Ende des Beetes gelagert. Dann Mist in den Graben dünn ausbreiten und die zweite Reihe Erde darauf schichten. In den so entstandenen Graben kommt dann wieder etwas Mist usw. bis man an Beetende angekommen ist. Das Stroh transportiert Sauerstoff in den Boden und durch den Mist werden die Bodenorganismen und Regenwürmer angelockt. Aber beachten sie, Mist ist immer auch Dünger, deshalb diese Aktion nur einmalig. Nachdüngen nur mit vorheriger Bodenprobe (Werte siehe Beitrag Düngen)
  2. Verteilen sie grobkörnigen grauen Sand. Je grobkörniger desto besser. Durch den Sand wird der Lehm krümeliger. Den Sand mit einem Krail oder einer Harke flach in den Boden einarbeiten.
  3. Verteilen sie Holzfasern (= Häckselgut aus Gehölzschnitt), Sägemehl, Rindenkompost oder TEFA-Maisfasern (= das Innere von Maisstängeln) auf den Beeten und arbeiten sie diese ebenfalls flach mit einem Krail oder einer Harke in den Boden ein. Die oben genannten Materialien ersetzen den schützenswerten Torf, wirken aber im Boden ganz ähnlich. Der Pflanzenfaser-Anteil wird signifikant erhöht und lockert den Boden. Kleine Mengen an Sägespähnen können sie in Sägewerken oft kostenlos erfragen.

Achtung 1: Sägemehl nicht in Schreinereien holen: Hier können im Sägemehl Lacke oder Plastik aus Kunststoff-Furnieren etc. enthalten sein.

Achtung 2: Rindenkompost ist nicht zu verwechseln mit Rindenmulch! Bringen sie keinen Rindenmulch zur Bodenverbesserung aus. Bei der Zersetzung von Rindenmulch wird dem Boden Stickstoff entzogen. Außerdem hat Rindenmulch ein eher saures Milieu und wird zur Unkrautunterdrückung bei noch nicht geschlossenen Pflanzendecken von Neu-Anpflanzungen eingesetzt. Besser Rindenkompost verwenden oder Sägemehl, welches schnell zersetzt wird.

Und wann verwende ich trotzdem Torf?

Nur nach einer Bodenprobe, wenn der PH-Wert viel zu hoch ist und zusätzlich der Boden hoffnungslos überdüngt. Bei unseren schweren Böden darf der PH-Wert in einer Bandbreite von 5,0 bis 7,5 liegen. Den Torf hat selbst einen niedrigen PH-Wert von 3,0 bis 3,5. Er ist also extrem sauer und macht die Böden noch mehr sauer. Er nutzt also nur wenigen Blumen und Gemüsepflanzen etwas. Außerdem hat Torf fast keine Düngewirkung und entzieht dem Boden Nährstoffe. Torf trägt also nicht zur Dauer-Humusbildung bei. Außerdem ist Torf entgegen allen Annahmen kein guter Wasserspeicher. Ist Torf erst einmal ausgetrocknet, nimmt er kein Wasser mehr auf. Er trägt also zur Austrocknung der Böden bei. Nur wenn diese Wirkungen für den Boden gewünscht sind (PH-Wert-Senkung, Nährstoffentzug, Austrocknung) dann macht Torf Sinn. Also praktisch nie.

Wenn wir von Anfang an auf die Düngung achten und den Boden ordentlich behandeln wie oben beschrieben, dann benötigen wir niemals Torf im Garten. Für eine dauerhafte Strukturverbesserung des Bodens taugt Torf sowieso nur mittelfristig, heißt, er hat keine Langzeitwirkung und zerfällt im Boden. Viel besser schneiden da Kompost und Rindenhumus ab.

Pflanzen:

So vorbereitet können sie nun alles pflanzen, worauf sie Lust haben. Beachten sie aber ob es sich um Pflanzen für Schatten, Halbschatten oder Sonnenplätze handelt.

Saure Böden:

Manche Pflanzen benötigen auch sauren Boden (PH-Wert unter 6,5) wie z.Bsp. Rhododendren, Azaleen, Heidelbeeren oder Hortensien. Hier sollten sie reichlich Tannen- oder Fichtennadeln in den Boden einarbeiten. Niemand wird etwas dagegen haben, wenn sie 3-4 Eimer Nadelstreu im Wald zusammenrechen. Aber natürlich vorsichtig ohne die Wald-Flora zu beschädigen. Düngen sie saure Beete jährlich mit ihrem geschredderten Christbaum nach.

Bodengesundheit erhalten:

  • Jährlich sollten sie ihr Laub in die Beete rechen. Die Regenwürmer werden ihnen dann dabei helfen, ihren Boden zu verbessern. Sie ziehen das Laub unter die Erde und machen wertvollen Humus daraus.
  • Im Frühjahr (Mitte/Ende März), wenn sie ihren Garten abräumen, das heißt die alten Pflanzenteile abschneiden, sollten sie diese Pflanzenteile nicht nur auf den Kompost geben. Schneiden sie die Pflanzenteile grob mit einer Gartenschere klein und verteilen sie auch dies zwischen ihren Blumen-Rabatten und ihren Beerensträuchern. Die Regenwürmer werden wieder ganze Arbeit leisten und der Boden ist gleichzeitig gemulcht und trocknet nicht so schnell aus.
  • Sie haben ihren Rasen/Wiese vertikutiert. Prima, das herausgerechte Moos und alte Gras verteilen sie auf den Gemüsebeeten oder ebenfalls zwischen den Blühstauden.
  • Jährlich verteilen wir den Kompost genau dort, wo wir ihn auch gewinnen. Das heißt über den ganzen Garten. Aber Vorsicht, Kompost ist Dünger nur ca. 3 Liter Kompost/m² verteilen.
  • Gründüngung im Gemüsegarten. Im Herbst, wenn der Gemüsegarten abgeräumt ist, graben sie den Gemüsegarten grobschollig um. Durch den Frost wird der schwere Lehmboden aufgelockert und krümeliger. Nun haben wir aber ein Problem: Solange es warm ist, arbeiten auch die Bodenlebewesen und verwandeln die im Boden enthaltenen Nährstoffe in pflanzenverfügbaren Dünger. Es entsteht Stickstoff, der dann ins Grundwasser ausgewaschen wird und folglich unseren Pflanzen im nächsten Jahr nicht mehr zur Verfügung steht. Deshalb sähen wir Gründüngung: Phazelia, Inkarnatklee oder Gelbsenf. Die Saat läuft auf und friert dann über den Winter ab. Im Frühjahr bevor das Beet besäht/bepflanzt wird, wird die Gründüngung mit einem Krail oder einer Harke oberflächlich in den Boden eingearbeitet. Der nun von der Gründüngung aufgenommene Stickstoff wird durch die Mikroorganismen wieder freigesetzt und für unser Gemüse pflanzenverfügbar gemacht.
  • Mulchen: Mulchen sie mit ihrem Rasen/Wiesenschnitt, grob geschnittenen Brennesseln oder grob geschnittenem Beinwell. Der Boden hält die Feuchtigkeit besser und der Mulch zerfällt wieder zu wertvollem Humus.

Sie sehen also, die größte Dummheit ist es Pflanzenabfälle weg zu fahren. Was im Garten wächst bleibt auch im Garten – auf dem Kompost wird es zu wertvollem Humus und Dünger!

Mit diesen Maßnahmen erhalten sie mit der Zeit einen Boden der nicht nur gut Wasser speichert, sondern auch fruchtbar und gesund bleibt.

Lediglich bei der Neuanlage von Beeten ist eine größere Kraftanstrengung nötig. Den großen Rest erledigen Regenwürmer und Mikroorganismen im Boden. Füttern sie also regelmäßig die Regenwürmer.

Viel Erfolg beim Boden-Verbessern wünschen Petra und Joachim Herbach

Autorin Petra Herbach