Nützlingsförderung für Marienkäfer und Florfliegen

 

Nisthilfe für Marienkäfer – ausgehöhlter Birkenstamm mit Holzwolle

Hallo ich bin`s das Frauenkäferl oder auch Marienkäfer genannt:

Die Menschen lieben mich weil ich viele Läuse fresse. Meine Larven fressen sogar noch mehr. Es gibt uns mit verschiedener Anzahl von Punkten auf dem Rücken und auch in verschiedenen Farben. Als ausgewachsener Käfer sind wir nicht nur rot mit schwarzen Punkten sondern auch schwarz mit roten oder gelben Punkten oder gelb mit schwarzen Punkten. Jede Punktezahl und jede Farbe ist eine andere Marienkäfer-Art. Im Frühling verlassen wir unsere Winterverstecke und fangen gleich mit der Läusejagd an. Nicht jede Marienkäfer-Art verträgt dabei jede Blattlaus. Für den Siebenpunkt-Marienkäfer sind zum Beispiel die schwarzen Holunder-Läuse giftig. Für den Zweipunkt-Marienkäfer nicht. Unsere Larven sind länglich, schwarz und haben bereits Punkte auf dem Rücken.

Hallo ich bin Flori die Florfliege

Auch ich habe Läuse zum Fressen gerne. Unsere Larven heißen deshalb sogar Blattlauslöwe. In Deutschland gibt es 20 Arten von uns. Das schönste sind unsere 4 grün schillernden durchsichtigen zarten Flügel. Da wir mit den beiden Flügelpaaren nicht gleichzeitig schlagen, wirkt unser Flug recht flatternd. Unsere Fluggeschwindigkeit ist gemütlich langsam, nur ca 2 km/h. Wir jagen Nachts. Im Frühjahr klettern wir aus unseren Verstecken, welche die selben sind wie beim Marienkäfer. Nach der Hochzeit sterben die Männchen. Die Weibchen legen ihre Eier in der Nähe von Blattlauskolonien. Jedes Ei immer einzeln an einem schnell erhärtenden Spinnfaden. So sieht es aus wie kleine Stecknadeln. Nach 4-5 Tagen schlüpfen auch schon unsere Larven, die kleinen Blattlauslöwen. Je nach Wetter spinnt sich die Larve nach 10-30 Tagen ein. Im Kokon bleibt die Puppe 3 Wochen, und dann geschieht etwas sehr Merkwürdiges. Es schlüpft nicht die fertige Florfliege, sondern die Puppe aus dem Kokon, läuft ½ Stunde frei herum und dann häutet sich die Puppe zur Florfliege. Die junge Florfliege muss dann erst einmal aufs Klo. Die Florfliegenlarven haben nämlich keinen After, deshalb muss jetzt erst mal der gesamte Kot heraus. Aufgrund der Entwicklungszeit gibt es je Jahr 2 Generationen. Im Herbst suchen wir uns frostfreie aber kühle Überwinterungsquartiere. Manche Arten von uns überwintern auch als Puppe.

Was wir lieben und brauchen:

  • Steingärten, Trockenmauern und Steinpyramiden, Laubhaufen mit Zweigen und Komposthaufen. Sie brauche ich zum überwintern
  • Verlauste Pflanzen. Die locken mich magisch an. Wenn du sie stehen lässt, wandere ich nicht ab und kümmere mich um die Läuse in deinem ganzen Garten.
  • Lassen Sie Florfliegen, die zur Überwinterung ins Haus kommen, gewähren und erleichtere ihnen das Ausfliegen in den Garten im zeitigen Frühjahr indem du das Dachfenster kippst oder öffnest.
  • Ein Florfliegenhaus sollte rot gestrichen sein, den auf rot stehen wir Florfliegen.

Was ich nicht mag oder was mich sogar umbringt:

  • Wenn du deine verlausten Pflanzen mit Gift behandelst. Höchstens eine Spritzung mit Brennnesseljauche gegen Läuse kann ich verkraften, weil diese nicht alle Läuse vernichtet. Und vor allem mir selbst nicht schadet.

Wie du ein Marienkäfer/Florfliegen-Hotel baust:

                 

Am besten du baust gleich für alle deine Obstbäume ein solches Hotel. Dann ist unser Winterquartier gleich bei der Futterquelle, wo wir wohnen.

Du brauchst

  • Ein Stück Birkenbaum-Stamm ca. 30 cm lang und mindestens 20 cm breit
  • Ein Holzbrett als Dach und ein Holzbrett als Boden
  • Unbehandelte Holzwolle zum stopfen
  • Etwas Dachpappe für das Dachbrett
  • Material zum Aufhängen des Hotels im Baum oder einen Pfosten, zum Anbringen neben dem Baum.
  • Werkzeug: Stichsäge und entweder Hammer und Schnitzeisen zum aushöhlen oder eine Lochfräse. Und einen 8er Holz-Bohrer.
  1. Wenn du eine Lochfräse hast, höhle den Birkenstamm damit aus, wenn du keine hast säge den Birkenstamm in 2 Teile und höhle ihn mit Hammer und Hohlmeißel aus.
  2. In die verbleibende Rinde von ca. 2 cm Stärke bohrst du mit einem Holzbohrer Löcher mit 10 mm Durchmesser, dann wird der Baumstamm wieder zusammen gesetzt.
  3. Unten ein Brett aufnageln und wenn gewünscht dicht am Baumstamm absägen. Auch auf der Unterseite 3 Löcher bohren.
  4. Holzwolle locker in den Hohlraum stopfen
  5. Das zweite Brett als Dach aufnageln und mit Dachpappe vor Regen schützen.
  6. Nun die Marienkäfer/Florfliegen-Hotels unter einem Obstbaum anbringen. Entweder auf Pfosten nageln oder in den Baum hängen. Dabei aber vorsichtig die Baumrinde mit einem Stück Pappe vor dem Scheuern der Befestigung schützen.

Für Florfliegen kann ein viereckiger Kasten mit Lamellen-Schlitzen zum einschlüpfen  gebaut werden. Oben wird wieder ein mit Dachpappe geschütztes überstehendes Dach aufgenagelt. Nun kommt die Hautsache:  der Kasten wird rot gestrichen, den auf rot fliegen die Florfliegen. Der Kasten sollte mit Weizenstroh gefüllt werden. Sie überwintern dann vor Frösten geschützt zwischen dem Weizenstroh statt im Haus.

Autorin Petra Herbach