Nütlingsförderung für Spitzmäuse

Spitzmaus = Wirbeltier = Nützling Feldmaus = Nagetier = Schädling
Hallo ich bin Rüsselchen die Spitzmaus:
Ach ja, es ist schon eine Plage mit den Menschen, da nennen sie mich Maus und schon halten sie mich für einen Schädling. Dabei gehöre ich nicht zu den Nagetieren, sondern zu den Insektenfressern. So wie Maulwurf und Igel. Ich verputze täglich mein Eigengewicht an Insekten. Sooo viel essen können, davon träumen die Menschen nur. Gut, ich bringe nur 5-15 g auf die Waage. Am besten schmecken mir Würmer, Käfer, Larven, Insekteneier, Asseln, Tausendfüßler, Schnecken und Spinnen. Dank meines für Insekten giftigen Speichels gelingt es mir sogar, größere Happen wie junge Mäuse zu erbeuten. Wurzeln und Samen mag ich nicht. Ich bin kein Schädling! Meine Schnauze ist ein lustiger langer Rüssel. Wir werden nur 1 ½ Jahre alt und wohnen gewöhnlich am Boden in dichtem Pflanzenwuchs. Wir orientieren uns über unseren Tastsinn, Geruch und Gehör. Unseren Lebensraum behalten wir über Echoortung im Blick, eine Fähigkeit, die sonst nur Fledermäuse beherrschen. Wir sind Tags und vor allem Nachts eifrig auf Nahrungssuche. Weil unser Stoffwechsel extrem viel Energie verbrennt, haben wir immer Hunger. Unser Ruhepuls beträgt etwa 800 Schläge pro Minute. Bei Stress steift er schon mal auf das Doppelte. Eine Spitzmaus kann tatsächlich vor Schreck tot umfallen und verhungert innerhalb eines Tages, wenn sie nicht regelmäßig frisst. Deshalb brauchen wir einen Lebensraum mit viel Nachschub zum Jagen. Und natürlich ausreichend Deckung. Mein Nest baue ich mir meist in Holzstapel aus Gräsern und Zweigen. Im Herbst ziehen wir gerne in Steinhaufen, Totholzhaufen, Reisig oder Kompost und überwintern dort.
Was ich liebe und brauche:
- Reisighaufen, Laubhaufen, Totholzhaufen und Komposthaufen. Dort wohne ich, baue meine Nester für meine Kinder und finde auch meine Nahrung.
- Steinpyramiden und Trockenmauern mag ich auch, da kann ich mich gut verkriechen und finde so manche Schnecke zum verspeisen.
Was ich nicht mag oder was mich sogar umbringt:
- Katzen jagen mich, sie fressen mich aber nicht, weil ich ihnen nicht schmecke. Bei Gefahr sondere ich einen Moschusgeruch ab – das finden Katzen ekelig, aber der Jagdtrieb der Stubentiger siegt und sie töten Spitzmäuse.
- Wenn du die oben genannten Haufen im späten Frühjahr versetzt, stört mich dass bei meiner Jungenaufzucht. Ich bin übrigens eine sehr gute Mutter, meine Jungen laufen in Reih und Glied hinter mir her und ich bringe ihnen alles bei, was sie über das Insekten fressen wissen müssen.
- Wenn ich in Lichtschächte stürze oder über geöffnete Kellerfenster in den Keller falle, sterbe ich innerhalb eines Tages. Verschließe den Spalt zwischen Fenster und Gitter mit einem feinmaschigem Gitter. Wenn das Lichtschachtgitter sehr große Gitterlöscher hat, deckst du am besten auch das Gitter mit einem feinmaschigem Gitterab.
- Kellertreppen komme ich zwar hinunter aber nicht mehr hinauf. Lege ein sägeraues Brett über die Stufen, dann kann ich jederzeit die Asseln im Kellerschacht jagen und dann wieder in den Garten gelangen. Auch mein Freund der Igel schätzt so ein Brett.
Wie du einen Komposthaufen baust:

Du brauchst
- Mindestens 2 Lattenkomposter
Tipp: Schnellkomoster aus Kunststoff lassen keinen Sauerstoff an die Rotte. Das Kompostgut verfault, statt dass es verrottet – Also lieber Finger weg von Schnellkompostern aus Kunststoff!
- Die Lattenkomposter aufstellen.
- Ein Komposter wird mit frischem Material nach und nach über das Gartenjahr hinweg befüllt. Dabei die einzelnen Schichten nicht zu dicht aufsetzen. Immer trockenes Material (z. Bsp. Gehölzschnitt gehäckselt) mit feuchtem Material (z. Bsp Grasschnitt und Küchenabfälle) abwechselnd schichten. Dann verfault das Kompostgut nicht und stinkt nicht, sondern wird zu Kompost zersetzt. Ein gut aufgesetzter Kompost riecht nach Waldboden. Hast du einmal sehr viel Grasschnitt, lasse ihn antrocknen und verwende nicht alles zum kompostieren, sondern mulche damit deine Gemüse-Beete und deine Blumenrabatten.
- In den Zweiten Komposter wird im zeitigen Frühjahr (Anfang März) umgeschichtet. Du kannst den Komposter dann mit Erde bedecken und Zucchini oder Kürbis darauf pflanzen. Aber bitte jede Pflanze mit einem Kunststoff-Schneckenring schützen, da im Komposter viele Schnecken leben.
Das Material aus dem Zweiten Komposter wird im Folgejahres durch ein Sieb geworfen und der fertige Kompost im ganzen Garten verteilt. Unverrottete Reste kommen wieder auf den zweiten Kompost zurück und werden mit Material aus Komposter Nr. 1 vermengt.
Was nicht auf den Kompost gehört:
- Gekochte Speisereste, vor allem Fleisch und Wurstreste – Sie locken Ratten an. Ab damit in die Biotonne. Rest von gekochtem Gemüse oder Brot können sie in die Mitte des Komposthaufens eingraben.
- Gekaufte Blumen – Sie sind stark gespritzt. Die Spritzmittel verrotten nicht, sondern werden mit dem Kompost von deinem Gemüse wieder aufgenommen. Also ab damit in die Restmüll-Tonne
- Asche aus deinem Holzofen – Jeder Baum speichert auch Schwermetalle. In der Asche sind diese Schwermetalle dann in konzentrierter Form enthalten. Deine Pflanzen würden diese Schwermetalle über den Kompost wieder aufnehmen. Also Ab mit der Asche in die „Aschetonne“ – den Restmüll.
- Schnittgut von Rosen. Die Dornen verrotten sehr schlecht, beim Ausbringen des fertigen Kompostes hast du dann die Dornen wieder in den Fingern. Ab damit in die Biotonne
- Sehr kranke Pflanzen: z. Bsp: Tomaten mit Braunfäule, Pflanzen welche Mehltau haben oder Himbeer und Brombeerplanzen mit Rutenkrankheit. Pilzkrankheiten überleben die Kompostrotte meistens, da wir nicht schnell genug genügend Kompostmaterial zur Verfügung haben und die Rotte nicht heiß genug verläuft. Anders ist dies in Kompostwerken. Ab damit in die Biotonne.
- Hunde-, Katzen- und Vogelkot – Sie können Krankheitskeime enthalten
- Inhalt von Staubsaugerbeutel und Straßenkehricht – Sie enthalten zu viel Gift- und Fremdstoffe
Tipp:
- Schwer verrottendes Laub von Kastanie, Eiche, Walnuss und Kirschlorbeer mit dem Rasenmäher gründlich zerkleinern und in dünnen Schichten kompostieren
- Rasenschnitt vor dem Kompostieren etwas antrocknen lassen und nur in dünnen Schichten auf den Kompost aufbringen – Dann stinkt auch nichts
- Wurzelunkräuter von Quecke, Giersch und Ackerzaunwinde in einen Eimer mit locker aufliegendem Deckel geben, mit Wasser auffüllen und gären lassen. Öfters umrühren, damit Sauerstoff in die Gäre kommt. Nachdem der Gärprozess abgeschlossen ist, also keine Blasen mehr entstehen, kann der Inhalt auf den Kompost. Die Wurzeln sind vergärt und können nicht mehr keimen.
Autorin Petra Herbach
