Kräuterschnecke – Tipps für Bau und Nutzung

Gartenbauverein Stammham, OGV Stammham, Garten- und Landschaftspflege Stammham   Gartenbauverein Stammham, OGV Stammham, Garten- und Landschaftspflege Stammham

Frische Kräuter auf dem Tisch, das hat nur derjenige, welche sie selbst im eigenen Garten anbaut. Gemüse, Salat, Fleisch, Fisch und sogar Süßspeisen schmecken gleich viel besser. Und gesund ist es obendrein.

In einer Kräuterschnecke wachsen die Kräuter besonders gut. Zum einen lassen sich die Bodenansprüche der einzelnen Kräuter besser berücksichtigen. Zum anderen bekommt durch die in die Höhe gezogene Spirale jedes Kräutlein ausreichend Sonne.

Bau einer Kräuterschnecke

  1. Die Umrisse der Spirale lassen sich mit Sand auf den Boden zeichnen. Da die Beete mindestens 50-60 cm breit sein sollen, beträgt der Durchmesser der ganzen Schnecke mindestens 2,40 m.
  2. Der Boden unter der Spirale wird spatentief durch Kies oder Schotter ausgetauscht. Nur das unterste Drittel der Beetschnecke behält den Mutterboden und braucht keine Dränage. Dort wachsen feuchtigkeitsliebende Pflanzen.
  3. Als Grundgerüst dient kalkhaltiger, ungiftiger Bauschutt oder Schotter aus kalkhaltigem Gestein – als Kegel in der Mitte aufgeschüttet. An der kegelspitze sollen Schutt oder Schotter etwa 40-50 cm hoch liegen.
  4. Die spiralförmige Stützmauer besteht aus sorgsam aufgeschichteten Natursteinen. Sie beginnt auf gewachsenem Boden und schraubt sich auf dem Schuttkegel nach oben. Bereits beim Schichten der Natursteine pflanzt man Hauswurzen und Thymian zwischen die Steine.
  5. Während des Mauerbaus füllt man die Spirale immer wieder mit lockerer Erde auf. Oben in der Spirale wird die Erde mit viel Splitt und Sand abgemagert, während sie zum Spiralenende hin immer weniger abgemagert wird. Im unteren Drittel der Spirale füllt man schließlich normale Blumenerde auf.
  6. An das Ende der Schnecke setzt man einen großen Mörtelbottich. Er sollte eben auf einem Fundament aus Kies mit einer Schicht Sand darauf stehen. Rund um den Bottich mit Kies auffüllen. Durch den Wasserbottich entsteht ein ideales Kleinklima.

In den Bottich wird ein Ziegelstein gesetzt. So entstehen 2 Ebenen zum bepflanzen. Mit klein bleibenden Rohrkolben und Wasserpflanzen nach Wunsch bepflanzen.

Bepflanzung:

Oberes Drittel mit stark abgemagertem Boden:

Oben, in die magere Erde wandern wärmebedürftige Kräuter wie Salbei oder griechischer Bergtee (wirkt wie Salbei, schmeckt aber besser), Thymian, Majoran oder Oregano. Rosmarin in einen großen Tontopf pflanzen und im oberen Drittel der Kräuterspirale im Boden versenken. Über Winter sollten selbst frostfeste Sorten sollten besser im Gewächshaus im Boden versenkt überwintern.

Mittleres Drittel der Spriale mit Mischboden.

In die Spiralenmitte können Kräuter wie Estragon, Bohnenkraut, Lavendel und Currykraut gepflanzt werden.

Unteres Drittel der Spirale mit guter Komposterde

In das untere Drittel werden die feuchtigkeitsliebenden Kräuter gepflanzt. Schnittlauch, Schnittknoblauch, Winterheckezwiebel, Pimpinelle, Borretsch, Gewürzfenchel (Auch Teefenchel genannt) und weiße Zitronenmelisse (behält beim Trocknen den Zitronenduft besser) gepflanzt werden.

Rund um die Kräuterspirale in den Boden sähen und pflanzen:

Einjährige Kräuter werden in den Boden rund um die Kräuterschnecke gesäht:

Petersilie, Dill, Basilikum, Koriander, Kerbel,

Pfefferminze wird ebenfalls in den Boden rund um die Kräuterschnecke gepflanzt. Setzen sie die Pfeffermine aber in einen großen Kübel mit abgeschnittenen Boden. Sonst breitet sich die mehrjährige Pfefferminze durch Wurzelausläufer überall aus. Pfefferminze ist sehr nährstoffbedürftig, deshalb die Erde im Kübel alle 2 Jahre austauschen und im Frühjahr tüchtig mit Hornspähnen düngen. Ansonsten düngen sie nur die Pflanzen im unteren Drittel mit Hornspähnen. Die anderen Kräuter mögen es auch von der Nährstoffversorgung her mager.

Kamille für den Tee in ein abgemagertes Beet zu Füßen der Kräuterspirale sähen. Kamille säht sich von selbst wieder aus. Deshalb liebt Kamille auch ein abgemagertes Beet ganz für sich alleine.

Beifuß und Maggikraut wuchern sehr stark, sie stehen besser am Rand vom Gemüsebeet

Schabzigerklee säht sich von selbst wieder aus. Seine Blätter und Stängel werden getrocknet und kommen zu Pulver vermahlen in selbst gebackene Vinschgauer Brötchen. Er steht gerne in gut gedüngter Erde.

Kapuzinerkresse hat essbare Blätter und Blüten. Kleinblütige Sorten an den Fuß der Spirale sähen und hochranken lassen.

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