Die schlauere Pflanzenwahl für den Naturgarten

Keine Pflanze ist per se schlecht. Manche können jedoch zur Gefahr werden,w eil sie invasiv sind. Andere sind nicht nützlich für Insekten, da sie weder Pollen noch Nektar als Nahrung enthalten. Zum Glück gibt es immer Doppelgänger, welche ziemlich ähnlich aussehen.

               

Sommerflieder                                      Mönchspfeffer

  1. Sommerflieder – Möchspfeffer

Sommerflieder ist ein wahrer Schmetterlingsmagnet. Wer ihn gleich nach der Blüte schneidet, verhindert, dass er sich invasiv versamt. Außerhalt des Gartens hat der Schmetterlingsflieder nichts zu suchen. Eine Alternative wäre der Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) er blüht ebenfalls im Spätsommer, wird bis zu 3 Meter hoch. Für eher trockene Böden eignet sich die Weidenblättrige Spiere (Spiraea salicifolia) Sie wird zwar nur maximal 2 Meter hoch,. Trägt aber von Juni bis Ende Juli magentafarbene, bei Insekten höchst beliebt Blütenkolben.

             

Hortensie                                                        gewöhnlicher Schneeball

  1. Hortensien – Gewöhnlicher Schneeball

Leider tragen die meisten Hortensien sterile Blüten, die für die Tierwelt überhaupt nichts zu bieten haben. Ganz anders der heimische Gewöhnliche Schneeballl (Viburnum opulus). Aus dessen weißen Blütenbüscheln, an denen sich Insekten bedienen, werden im Spätsommer knallrote Beeren für Vögel. Sein Laub bekommt eine warme orangerote bis weinrote Herbstfärbung. An einem geeignetem Platz kann der Schneeball bis zu 3 Meter breit und 4 Meter hoch werden. Er ist gut schnittverträglich

       

Forsythie                                                 und            Zaubernuss

                   

Sal-Weide                                                     und                   Kornelkirsche

  1. Forsythie und Zaubernuss – Sal-Weide und Kornelkirsche

Auch Forsythien sind steril, sie haben weder Pollen noch Nektar und sind für die Insektenwelt wertlos. Die Zaubernuss (Hamamelis) lockt zwar Bienen an, auf der heimischen Sal-Weide (Salix capea) und der Kornelkirsche (Corus mas) brummt es aber deutlich mehr. Besonders die Kornelkirsche mit ihren Massen a fröhlichen gelben Blütchen steht in punkto Frühjahresschmuck der Forsythie und der Zaubernuss in Nichts nach. Aber sie bietet essbare Früchte für Mensch und Tier. Und natürlich jede Menge Nektar und Pollen für die Insekten

         

Lorbeerkirsche hochgiftig                                     Liguster schwach giftig, insektenfreundlich

Wintergrüne Ölweide

  1. Lorbeerkirsche und Thuja – Liguster oder wintergrüne Ölweide

Die Lorbeer-Kirsche bietet Sichtschutz. Das wars. Sie dient keinem Insekt. Blätter und Rinde enthalten zudem noch tödlich giftige Blausäure. Die Lorbeerkirsche gehört zu den 10 tödlich giftigen Pflanzen im Garten. Die Beeren werden von Vögeln gefressen und breiten sich in Wäldern invasiv aus. Der natürliche Aufwuchs von Buche, Fichte usw. hat gegen die schnell wachsende Lorbeerkirsche keine Chance und wird verdrängt. Eine Thujahecke ist ökologisch genauso nutzlos. Zudem verkahlen Tujahecken gerne und wie bei allen Nadelgehölzen gilt – wo zu weit zurück geschnitten wird, wächst nichts mehr nach. Die kahlen braunen  Stellen bleiben. Pflanzen sie lieber heimischen Liguster (Ligustrum vulgare) er ist eine ebenbürtige Heckenpflanze. Er ist nur schwach giftig. Die Beeren schmecken den Vögeln ebenso, sind aber nicht so invasiv wuchsfreudig wie die Lorbeerkirsche. Eine andere Alternative ist die wintergrüne Ölweide (Eleagnus ebbingei) sie sehen nicht nur aus wie Lorbeerkische sondern sind wie der Name schon sagt auch im Winter grün. Ihre orange-roten Beeren kann man sogar zu Marmelade verkochen. Oder wählen sie die Hainbuche. Sie ist zwar nicht wintergrün, behält aber ihre braunen Blätter als Sichtschutz im Winter. Erst mit dem Frühlingsaustrieb werden die Blätter abgestoßen. Hainbuchen lassen sich immer wieder stark zurückschneiden und treiben willig wieder aus.

Ranunkelstrauch                                                 Amerikanische Weigelie mit schönen dunklen Blättern

  1. Ranunkelstrauch (Kerria japonica) – Amerikanische Weigelie

Der Kerria-Strauch bietet mit seinen gefüllten Blüten den Insekten weder Pollen noch Nektar. Die Alternative heißt Amerikanische Weigelie (Diervilla sessilifolia) sie ist bienenfreundlich, wächst aufrecht-buschig und ist sehr robust.

                     

Gemeiner Flieder                                           Zottiger Flieder

  1. Gemeiner Flieder (Syringa vulgaris) – Zottiger Flieder (Syringa villosa)

Der Gemeine Flieder (Syringa vulgaris) ist wenig bienenfreundlich. Obwohl er stark duftet, bietet er Bienen kaum Nektar, da dieser oft bitter ist. Züchtungen sind meist wertlos für Insekten. Besser geeignet ist der Zottige Flieder (Syringa villosa), der Pollen bietet.

                                           

Geranien     unterscheiden sich in Blüte kaum von     Duft-Perlagonien

  1. Geranien (Pelargonien) – Duft-Perlargonien

Klassische Geranien (Pelargonien) sind nicht bienenfreundlich, da ihre gefüllten Blüten kaum Nektar oder Pollen bieten. Für Insekten sind sie weitgehend wertlos, da sie den Zugang zu den Nahrungsquellen versperren. Besser geeignet sind ungefüllte oder einfache Sorten sowie Duftgeranien.

                         

Petunien haben etwas größere Blüten                  Zauberglöckchen dafür mehr

 

  1. Petunien – Zauberglöckchen, Verbenen, Kräuter

Petunien sind kaum bienenfreundlich, da ihre tiefen Blütenröhren für einheimische Bienen und Hummeln schwer zugänglich sind und viele Züchtungen nur wenig bis gar keinen Nektar und Pollen produzieren. Bessere Alternativen für einen insektenfreundlichen Balkon sind Zauberglöckchen, Verbenen oder Kräuter wie z.B. Lavendel.

                                   

Gefüllte Dahlie                 unterscheidet sich in Schönheit kaum von         ungefüllter Dahlie

  1. Gefüllt Blüten – ungefüllte Blüten

Viele Pflanzen gibt es gefüllt oder in der ungefüllten Variante. Wählen sie als insektenfreundlicher Gärtner immer die ungefüllte Variante. Z.B. Dahlien, Rosen, Pfingsrtrosen, Chrysanthemen ….

Autorin: Petra Herbach