Grundlagen für den biologischen Gemüseanbau

Selbst Gemüse anbauen lohnt sich das?

Ich meine ja. Zum einen ist der Geschmack von selbst angebauten Gemüse einfach unvergleichlich gut. Und da spreche ich nicht nur von Tomaten! Salat ist zarter, frischer, Gurken schmecken intensiver. Und da ist noch das tolle Aroma von frischen Kräutern, welche jedes Gericht verfeinern. Und finanziell? Kluge Köpfe haben ausgerechnet, dass eine 4-köpfige Familie im Jahr bis zu 1.000 € sparen kann, wenn es Obst und Gemüse selbst anbaut

Außerdem sind da noch die vielen Gemüsearten und Sorten, welche es im Supermarkt selten oder gar nicht zu kaufen gibt. Schwarzwurzeln, dicke Bohnen, bunte Radieserl und geringelte Rote Beete etwa.

Wenn ihnen ein ganzer Gemüsegarten zum Pflegen zu viel ist, dann versuchen sie es doch einfach mal mit einem Beet auf dem frischer Salat, ein Paar Kräuter und eine Gurkenstaude wachsen. Dazu noch 5 Tomatenpflanzen im Kübel. Sie werden sehen, sie werden Gefallen daran finden Selbstversorger zu werden.

Pflanzen und Samen

Jungpflanzen gibt es inzwischen überall zu Kaufen. Gärtnereien und sogar Baumärkte bieten inzwischen ein großes Sortiment. Noch mehr Spaß macht das selbst aussähen. Wählen sie aus den vielen Angeboten am besten alte und samenfeste Sorten. Diese Gemüsesorten können sie im Supermarkt nicht kaufen, da sie nicht homogen also zum selben Zeitpunkt reifen. Für den Hobbygärtner ist aber genau das wünschenswert.

Halten sie sich bei den Aussaatangaben genau an den angegebenen Zeitpunkt und die Art der Aussaat. Frühjahres-Sorten von Möhren, Erbsen, Salaten,  Radies und Radieserl gelingen nun einmal nur im Frühjahr. Sommersaaten nur im Sommer und Herbstsaaten im Herbst.

Was tun mit den Schädlingen

Natürlich bekämpfen wir Schädlinge im eigenen Garten nicht mit Gift. Sondern mit Kräutertees und biologischen Mitteln.

  1. Blattläuse und saugende Insekten: Ich verwende eine Mischung aus 1/3 Wasser, 1/3 Schmierseife und 1/3 Rapsöl (aus der Küche). Nach 2-3 Tagen die befallenen Pflanzen mit Wasser abbrausen und schon ist alles wieder im Lot. Die überlebenden Blattläuse erledigen dann meine Nützlinge.
  2. schwarze Bohnenlaus – Läuse treten zuerst nur an einzelnen Pflanzen auf, dann mit der Hand zerdrücken, Rest mit einem scharfen Wasserstrahl abspritzen. Die Schwarze Bohnenläuse sind nicht sehr widerstandsfähig und können meist nicht wieder auf die Pflanze klettern
  3. Schnecken: Rhabarberblätter als Schneckenfang auslegen und täglich Abends die Schnecken darunter absammeln. Achtung Häuslschnecken und auch die meisten Nacktschnecken sind Nützlinge, sie schaden den Pflanzen nicht und fressen nur verwelktes. Anders die deutsche und spanische Wegschnecke diese zerschneidet man am besten beherzt mit der Schere. Alles andere lässt die Tiere nur unnötig leiden. Wirksam ist auch ein Schneckenzaun rund um das Beet oder ein Kunststoff-Schneckenring für Kohl und Kübispflanzen. Achten sie nur darauf, das daneben wachsendes Grad nicht zu hoch wird – es dient den findigen Wegschnecken als Leiter. Wenn die Schneckenplage in besonders nassen Jahren trotzdem zu groß wird hilft Eisen II Phosphat – Feramol. Zerfällt in Eisen und Phosphat ist also für die Pflanze und Boden nicht giftig, die Schnecke verträgt das Eisen nicht, muss aber 10 Korn fressen um zu sterben.
  4. Weiße Fliege im Gewächshaus: Pflanzen sie eine „Nicandra“ auch Giftbeere genannt in eine Ecke des Gewächshauses. Sobald die Nicandra blüht ist sie für die weiße Fliege, welche daran saugt giftig und sie geht ein. Aber vorsicht, die Früchte ähneln der Kapstachelbeere (Physalis) – die Früchte der Nicandra sind aber auch für Menschen giftig. Sie heißt auf deutsch nicht umsonst Giftbeere. Gegen die weiße Kohlfliege wirkt Nicandra allerdings nicht. Die Kohlfliege saugt ausschließlich an Kohlarten.
  5. Engmaschige Gemüseschutznetze sind die beste Art um folgende Pflanzen vor tierischen Schädlingen zu schützen: Alle Kohlarten, Möhren, Lauch und Zwiebel. Die besten, weil breitesten Netze gibt es bei „Wolfgang Nixdorf“ im Internet. Wählen sie immer die engste Maschenweite. Übrigens halten die Netze sehr lange. Meine ältesten sind bereits 20 Jahre alt und immer noch im Gebrauch. Im Herbst reinigen und ordentlich aufgerollt im Schuppen verstauen.
  6. Erdflöhe: Bei Rettich, Rukola und Kohl entweder die Löcher akzeptieren oder Gemüse-Netze spannen, die Flöhe können dann nicht springen. Erde stets feucht und locker halten. Besonders gefährdeten Rukola im Balkonkasten ziehen.

Pflanzenstärkung:

Haben sie auch viel Acker-Schachtelhalm im Garten. Ab sofort müssen sie sich darüber nicht mehr ärgern sondern freuen. Immer nach einem ausgiebigen Regen ziehe ich mir die Schachtelhalme aus dem Boden. Bündle sie und trockne sie auf Vorrat. Aus einem großen Bund frischem oder getrocknetem Ackerschachtelham brühe ich in einem alten Malereimer 10 Liter Tee und lasse diesen über Nacht ziehen. Seihen sie den Tee ab und verdünnen sie ihn. Verdünnt wird je 1 Liter Tee auf 10 Liter kühles Gießwasser. Die so übergossenen Pflanzen sind nun gegen Pilzkrankheiten wie Mehltau und Braunfäule gestärkt. Besonders Tomaten, Zucchini, Kürbisse, Gurken und Rosen sind für so eine Dusche dankbar. Gießen sie aber in den Morgenstunden, damit Abends wieder alle Blätter trocken über die Nacht kommen.

Knoblauch-Tee auf die selbe Art zubereitet und ausgebracht hilft gegen vielerlei saugende Schädlinge.

Ringelblumen und Tagetes zwischen die Gemüsepflanzen gepflanzt wirken gegen Bodenählchen welche an den Wurzeln saugen und verbessern die Bodenqualität.

Düngen

Ein sehr überschätztes Thema.. 80 % der Gärten sind überdüngt!!! Auch Biogärten sind überdüngt. Daher Bodenproben vor dem Düngen ziehen! Nur dann wissen sie, ob überhaupt Nährstoffe fehlen. Sie werden wie die meisten Gärtner feststellen, das alle Nährstoffe mehr als reichlich in ihrem Garten vorhanden sind.

Ideale Werte:

pH-Wert 6 – 7

Magnesium (Mg)  Wert 10-20 mg

Phosphat als P2O5 Wert 15 – 25 mg auf jeden Fall kleiner 30

Kalium als K2O Wert 15-25 mg

Bei Stand-Bodenuntersuchungen wird der Stickstoff nicht ermittelt. Stickstoff wird im Boden nicht gespeichert und über den Winter in den Boden, also das Grundwasser ausgewaschen. Deshalb soll ab spätestens August im Garten auch nicht mehr gedüngt werden. Aber im Frühjahr benötigen die Pflanzen eine neue Stickstoffgabe.

  • Kompost, je 3 Liter Kompost auf 1 m² ausbringen. Messen sie ruhig einmal, man sieht die Kompostmenge auf dem Boden gar nicht. Eine höhere Kompostgabe führt zur Phosphat-Anreicherung. Phosphat lässt Pflanzen dünnschalig werden. Krankheiten können dann leichter eindringen. Übrigens, Kompost wird aus den gesamten Garten gewonnen, also auch wieder im gesamten Garten ausgebracht. Also auch um Bäume, Beerenobst, in Blumenrabatten und dem Rasen. Nicht nur im Gemüsebeet.
  • Stickstoffdünger Hornspähne, Horngries oder Hornmehl, Federmehl, Schweine-Borsten, Schafwolle enthalten je ca. 12 % Stickstoff.  Bei der ersten Düngung verwende ich zusätzlich zum dünn ausgebrachten Kompost, 100 Gramm Hornspähne je m². Hornspäne lösen sich erst nach 4-6 Wochen auf, also dann, wenn der Dünger aus dem Kompost verbraucht ist. Zeigt mir die Pflanze dann anhand von gelb werdenden Blättern einen erneuten Stickstoff-Bedarf an, dünge ich mit 2 Eßl Horngries oder Hornmehl nach. Noch flotter geht es mit Brennnesseljauche oder Vinasse. Federmehl und Schweine-Borsten werden übrigens wie Horngries verwendet. Schafwolle wird als Mulch um stark zehrende Kohlpflanzen gleich beim Auspflanzen gelegt.
  • Vinasse ist ein flüssiges Abfallprodukt in der Hefeherstellung (gibt’s in der Baywa), Brennnesseljauche sind durch ihre flüssige Form sehr schnell pflanzenverfügbar. 1 Liter auf 10 Liter Wasser verdünnt gießen.

Tipp:  Kompost im ganzen Garten dünn ausbringen. Im Gemüsebeet und unter Beerensträuchern am besten im März/April kurz vor der Pflanzung 100 g / m² Hornspähne oder Horngries zum Düngen, in den Boden einarbeiten, sonst kann er nicht wirken. Horngies wirkt nach 3-4 Wochen, also genau dann, wenn die Pflanzen aufgrund vermehrtem Wachstum den Stickstoff-Schub benötigen. Im Sommer noch mal 50g / m² Horngies oder Hornmehl einarbeiten. Im Sommer gibt es eine schnelle Stickstoff-Umsetzung, oft schon nach 14 Tagen.

Sollten die Blätter der Pflanze gelb werden und somit einen sofortigen Stickstoffbedarf anzeigen mit Vinasse oder Brennnesseljauche verdünnt mit Wasser flüssig düngen. Vinasse hat auch einen Kalianteil ist also gut für alle Leguminosen (Bohnen, Erbsen)

  • Grünmasse = Rasenschnitt mulchen oder kompostieren. Merke 4 kg Grünmasse = 12 g Stickstoff = 100 g Hornmehl. Aber Rasenschnitt immer erst etwas antrocknen lassen, bevor er zum Mulch ausgebracht wird. Grünes Gras entzieht bei der Verrottung dem Boden nämlich Stickstoff und genau den brauchen die Gemüsepflanzen zum Wachsen. Mulch hilft den Boden schön locker zu halten, es wird weniger Wasser verdunstet und die Mikroorganismen im Boden sind vor zu starker Sonne geschützt und können optimal Arbeiten. Es sind nämlich die Mikroorganismen im Boden die Nährstoffe abbauen und pflanzenverfügbar machen.
  • Gründüngung: Damit im Herbst der Stickstoff im Gemüsegarten nicht in den Boden ausgeschwemmt wird, wird Gründüngung eingesät. Die wachsenden Gründünger-Pflanzen binden den freigesetzten Stickstoff. Dann  friert die Gründüngung über den Winter ab und im Frühjahr wird diese Gründüngung dann auf dem Beet vor der Bepflanzung eingeharkt. Die im Boden verrottende Gründüngung gibt den gebundenen Stickstoff wieder frei und dieser ist nun für unsere Gemüsepflanzen verfügbar. Die billigste Gründüngung ist Senf – nicht bei viel Kohlanbau anwenden, dann lieber Roggen, Winterwicken, Winter-Ackerbohnen oder Lupinen verwenden. Eine sehr gute Gründüngung sind Leguminosen, z. Bsp. Klee im Herbst ansähen, er sammelt 20 g Stickstoff/m²

Merke: Gründüngung zieht den freiwerdenden Stickstoff aus dem Boden, der dann im Frühjahr, wenn der Gründünger flach eingearbeitet wird wieder frei wird.

Achtung: Leguminosen Kulturen (Erbsen, Bohnen, Puffbohnen etc.) sind nahezu Selbstversorgen im Dünger, da sie ihren Stickstoff selbst aus der Luft filtern und in den Knöllchenbakterien an den Wurzeln speichern. Sie müssen also gar nicht gedüngt werden. Etwas Kompost bei Pflanzung reicht das ganze Jahr über.

Intelligentes Düngemanagement.  Die Aufteilung des Gartens in 1/3 Starkzehrer/1/3 Mittelzehrer/1/3 Schwachzehrer.

Gemüsesorten haben einen unterschiedlichen Nährstoffbedarf, deshalb teilt man sie in Stark-, Mittel- und Schwachzehrer ein.

1/3 der Beete für Starkzehrer: Beim Pflanzen Kompost einarbeiten (3 Liter je m²) und nochmals jeweils 1 Eßl Horngrieß oder Hornspähne je m².  Darauf die Starkzeher wie Kohl und Sellerie setzen. Im Sommer nochmals mit etwas Hornmehl nachdüngen. Bei Bedarf, wenn die Blätter gelblich sind mit Brennesseljauche gießen. 

1/3 der Beete für Mittelzehrer: Idealerweise wählen sie die Beete, auf dem im Vorjahr die Bohnen und Erbsen standen, die Wurzeln der Leguminosen bei der Ernte im Vorjahr im Boden belassen! Sie tragen in den Knöllchenbakterien an den Wurzeln bereits die Stickstoffdüngung. Deshalb bei der Gemüseernte im Vorjahr nicht die ganze Pflanze ausreißen, sondern abschneiden. Darauf im Folgejahr. Mittelzehrer wie Wurzelgemüse setzen (Möhren, Rote Beete, Pastinaken…). Vorher nochmals mit Horngrieß zusätzlich einen langsamen Stickstoff einarbeiten. Auf Kompost verzichten. 

Beete die mit Wurzelgemüse bebaut werden sollen nicht mit Kompost gedüngt werden, da Kompost vermehrt Würmer anzieht, die auch die Gemüsewurzeln befallen.

Auf das letzte Drittel die Schwachzehrer wie Salat und wiederum Leguminosen (Bohnen, Erbsen) pflanzen. Hier wird nur sehr schwach mit etwas Kompost gedüngt.

Übrigens:

  • Mist von Tieren ist ein viel zu starker Dünger und sollte vorher in sehr dünnen Schichten zwischen anderen Kompostmaterialien kompostiert werden. Auch das früher viel geliebte Frühbeet, welches mit Pferdeäpfeln gefüllt wurde, sollte so nur alle 3-5 Jahre bepackt werden. Und dann die Rossäpfel nicht zu dick einbringen.
  • Kunstdünger wie Blaukorn (Nitrophoska blau) und andere Düngermischung weisen eine sehr ungünstige Nährstoffzusammensetzung auf und haben im Biogarten nichts verloren. Lassen sie diese Packungen im Verkaufsregal liegen.  

Umgraben

In Stammham gibt es durchweg schweren Lehmhaltigen Boden, wenn nicht sogar Ton zur Ziegelgewinnung abgebaut wurde. Arbeiten sie deshalb in den Boden Sand und Stroh ein. Und wir müssen auch jährlich Umgraben, da die schwere Scholle nur so im Winter durch die Frostgarre krümelig und mürbe wird. Ansonsten hätten wir in dem steinharten, schlecht durchlüfteten Boden kaum eine Chance Gemüse erfolgreich anzuziehen.

Aber Merke: Umgraben, so spät im Jahr wie möglich,  erst ab November/Dezember, wenn der erste Reif auf den Beeten liegt. Erst dann arbeiten die Mikroorganismen nicht mehr. Die Mikroorganismen schließen den Stickstoff auf, der dann ausgeschwemmt werden würde und in das Grundwasser gelangt.

Dies auch dann machen, wenn halb verrotteter Kompost beim Umgraben mit eingearbeitet wird. Sobald sich im Frühjahr der Boden erwärmt, arbeiten auch die Mikroorganismen und Regenwürmer wieder und zersetzen halb Verrottetes.

Vorschlag von Sortenwahl und kleine Kulturhilfe von Gemüse 

Karotte: Sorte „großes Ochsenherz“ sehr große Möhre aber zart und süß. Probieren sie auch mal violette Urmöhren. Sie haben einen intensiven Geschmack. Zu Gemüse verkocht färben sie unangenehm auf die Gemüsesoße ab – aber als Salat und als Grillgemüse oder im Teigmantel frittiert sind sie unschlagbar.

Kultur nur mit Schutznetz gegen Möhrenfliege. Möhrenfliegen beißen die Karotten an, sie wehren sich dann mit bitterem Geschmack der auch für uns beim Verzehr unangenehm ist.

Rettich: Sorte „Schifferstädter-Mai“, „Rex“, „Ostergruß“, „Sepp“,  „schwarzer Winter“ „Violetter“

Kultur gelingt zuverlässig nur im Frühjahr und mit Herbstsorten ab Ende August wieder

Radieschen: probieren sie auch hier mal bunte Sorten aus. Dunkelrot, hellrot, gelb, violett oder rot-weiß – tolle Farben auf dem Brotzeitteller.

Beete: Bunte Beete ausprobieren, Sorte „Rondo Jogger“ und „Chioggia“ (Rote Kringel im weißen Fleisch), „Golden Burpees“ (orangegelb) oder „Albina Vereduna“ (weiß)

Kartoffeln: Sorte: „Linda“ „Heiderot“ „Bamberger Hörnchen“ und und und es gibt unzählige Sorten

Butterkohl auch ewiger Kohl genannt: Lässt sich wie Schnittsalat Blattweise ernten

Pastinake: ist absolut winterhart, daher auch im Winter auf dem Beet belassen und portionsweise ernten. Lässt sich bis zum Neuaustrieb der Rüben im Februar/März frisch vom Beet ernten. Erst dann werden die Wurzeln holzig und verlieren an Geschmack. Nicht einfrieren oder lagern, verliert sonst erheblich an Geschmack.

Pastinaken keimen schlecht. Immer frisches Saatgut verwenden. Dieses in den Saatrillen gut andrücken und mit Erde bedecken. Ohne Erdanschluß keimen die Pastinaken schlecht.

Zubereitung: Am besten wie Waldorfsalat als Rohkost, Pastinaken raffeln, mit Äpfeln, Zwiebeln und Walnüssen.

Süßkartoffeln: Bezugsadresse: „Graines Volz“ liefert Jungpflanzen

Vermehrung im Herbst durch Blattstecklinge, die warm und hell am Fensterbrett überwintert werden müssen. (Wurzelüberwinterung funktioniert nicht, da diese eine gleichmäßige Temperatur von 25 Grad und hohe Luftfeuchte benötigen)

Chicoree: Sorte:  „Tardivo“ Sortenecht. Besser funktionieren aber neue Sorten

im Herbst (Oktober) die Rübe ernten, Grün abschneiden, Herz der Wurzel muss dabei unverletzt bleiben! und in einen mit Erde gefüllten Eimer nah nebeneinander die Rüben einpflanzen. Die Rübenspitze muss mit dem Blattherz 1 cm über der Erde sein. Diese Eimer kühl an der Hauswand lagern. 3-4 Wochen vor Bedarf in den warmen Keller stellen, mit großem hohen Karton dunkel abdecken

Zuckerhut: Mitte Juni vorziehen und spätestens Ende Juli im Freien pflanzen.

Pflanzen bleiben auf dem Beet stehen und können bis Februar/März abgeerntet werden. Noch besser funktioniert eine Pflanzung im kalten ungeheizten Gewächshaus, dort kann noch bis Mitte August gepflanzt werden. Wenn zu diesem Zeitpunkt kein Platz vorhanden, in großen Töpfen vorkultivieren.

Chinakohl: Anfang bis Mitte Juli vorziehen, spätestens Ende Juli ins Freie pflanzen. Pflanzen

können bis zum Einbruch tiefer Frostgrade auf dem Beet stehen bleiben, dann in eine Kiste packen. Mit Zeitung dunkel abdecken. Die Kiste möglichst Kalt stellen. Im Freien nur bis 12 Grad aufbewahren.

Feldsalat: im August in Multitopfplatten vorziehen (6 Korn je Pflanzloch) und dann ins

Gewächshaus pflanzen.

Mais: Sorte: „Florida Stay Sweet“

Reife: im Osten die Kolben oben etwas aufmachen, die obersten Körner sollten gerade von weiß auf gelb umfärben.

Kultur: Nicht neben Futter- oder Ziermais anbauen (Fremdbestäubung). Wegen der Bestäubung sollte Mais auf 4 m² kompakt im Quadrat angebaut werden. Jungen auflaufende Maispflanzen immer gut von Unkraut freihalten, die Maispflanze nimmt sonst diese Konkurrenzpflanzen bis zur Reife übel und wächst schlechter. Sobald der Mais Kniehöhe erreicht hat ist keine Pflege mehr nötig.

Mangold: Sorte „Lukullus“ zarteste Mangold, bei dem auch der Stiel mit verarbeitet werden kann. Aber auch bunten Stielmangold ausprobieren. Blätter werden hier wie Spinat verkocht, die bunten Stiele paniert und in der Pfanne ausgebraten.

Rosenkohl: „Selection“ Mitte September entgipfeln, das heißt die Spitze ausbrechen, damit die Kraft in die Röschenbildung und nicht mehr ins Längenwachstum geht. Die Knospe ist als wie Grünkohl in der Küche verwertbar! Rosenkohl bleibt bis Februar auf dem Beet stehen.

Blumenkohl: reagiert in der Zeit der beginnenden Blumenbildung sehr empfindlich auf Wasser- oder Nährstoffmangel! Daher sehr gut wässern und im Juni nochmals mit Horngrieß düngen.

Tomaten: Wo soll man da mit der Sortenempfehlung anfangen. „German Gold“ eine orange-gelbe Fleischtomate deren pinke Bäckchen auch im Fruchfleisch einen tollen Effekt haben und sie ist sooo gut. Oder „Tigerella“ eine Sorte die auf der roten Haut goldene Streifen trägt und sehr aromareich ist. Oder „Ochsenherz“ groß, rot und saftig. Probieren sie immer mindestens 5-6 Sorten aus, die Zahl ist nach oben unbegrennzt. Sie werden feststellen, das jedes Jahr, je nach Witterung eine andere Sorte besonders gut gelingt.

 

Kräuter:

Sie sind im Garten absolut unverzichtbar. Petersilie, Schnittlauch, Bohnenkraut, Dill, Estragon, Rosmarin, Majoran und Oregano, sollten es für die Küche schon sein.

Und für den Tee: Kamille, Pfefferminze, Teefenchel, weiße Zitronenmelisse (hält beim Trocknen den Zitronengeschmack besser als gewöhnliche Zitronenmelisse)

Und nicht nur zur Zierde:

Ysop als Blume statt Lavendel pflanzen. Ysop ist eine gute Bienenweide und blüht nach Rückschnitt zuverlässig noch einmal. Besser als Lavendel.

Lavendel im Sandkuchen: Einen Sandkuchen backen, Lavendelblüten darauf streuen, mit Zitronen-Zuckerglasur überziehen.

Erstellt von Petra Herbach