Hochbeet Tipps für Bau und Nutzung

Endlich mit geradem Rücken im Gemüsebeet arbeiten, das war das Ziel. Also mussten Hochbeete her. Dabei bieten Hochbeete noch viel mehr Vorteile:

  1. Vorteile eines Hochbeetes

Von einem Hochbeet kann man früher und länger ernten. Weil sich die Erde schneller erwärmt als in normalen Gemüsebeeten. Und mit der entsprechenden Abdeckung wird das Hochbeet zum Frühbeet und kann schon ab Ende Februar, Mitte März besäht und bepflanzt werden.

Wer sein Hochbeet Anfang Februar mit einer Schicht Rossmist oder abgelagertem Kuhmist in ein Mistbeet verwandelt, erhält zusätzlich durch die Mistrotte Wärme von unten. Aber Vorsicht, die Mistpackung nur alle 4-5 Jahre ausbringen, da sonst der Boden überdüngt wird. Durch Auflage eines Folientunnels oder Frühbeetscheiben ab Anfang Februar taut die Erde im Hochbeet ebenfalls schneller auf und lässt sich schon ab Ende Februar bepflanzen. Ansonsten ab März, die Bodentemperatur sollte 7 Grad betragen.

Im Herbst lässt sich die Ernte mit einer entsprechenden Abdeckung wie im Frühjahr länger hinauszögern. Geschickt gepflanzt sind bis zu 3 Ernten im Jahr möglich.

Im Winter kann ein Hochbeet als Erdmiete für das Wintergemüse genutzt werden.

Gemüse können außerdem enger gepflanzt werden, da die Wärme und Nährstoffversorgung im Boden optimaler ist.

In einem Hochbeet gibt es kaum Probleme mit Nacktschnecken, Wühlmäusen, Wurzelkrankheiten, Giersch, Quecken oder anderen Wurzelunkräutern.

An Standorten mit schlechtem Boden (steinig, sandig, vernässt, schwerer Ton, mit Schadstoffen belastet) machen Hochbeete das Anbauen von Gemüse, Salat, Kräutern überhaupt erst möglich.

  1. Baustoffe für ein gutes Hochbeet

Holz ist ein natürlicher Baustoff und lässt sich hervorragend bearbeiten. Verrottet aber in Kontakt mit feuchter Erde. Es ist ein baulicher Holzschutz notwendig. Z. Bsp Noppenfolie aus dem Baumarkt für Keller. Diese Folie hinterlüftet die Holzbretter. Wählen sie möglichst dickes Hartholz für den Bau. Es gibt im Internet viele Anbieter, welche bereits vorgefertigte Hochbeete mit Zubehör anbieten.

   

Metall lässt sich sehr dünn verbauen, nimmt deshalb kaum Raum ein und ist sehr langlebig. Es hat allerdings ein hohes Eigengewicht und die Produktion ist in der Regel wenig umweltfreundlich. Ohne zusätzliche Isolation gibt es schnelle Temperaturwechsel in der Erde. Achten sie darauf Metalle zu wählen, welche nicht verrosten. Auf einem Gartenmarkt haben wir einmal ein Alu-Hochbeet mit Boden-Heizung und allen sonstigen Schikanen gesehen – der Preis wog allerdings den Nutzen bei weitem nicht auf.

Kunststoff lässt sich als Fertigelemente sehr schnell und leicht auf- und abbauen. Oft bestehen die Elemente aus Recycling-Kunststoff. Allerdings ist es trotzdem kein natürlicher Baustoff und muss sehr aufwändig entsorgt werden. Außerdem gibt es nach wie vor keinen Kunststoff der nicht durch das Sonnenlicht verwittert und über die Jahre brüchig wird. Ferner kann die Erde durch den Kunststoff hindurch nicht atmen.

Stein bietet sehr individuelle Gestaltungsmöglichkeiten, ist sehr lange haltbar und robust. Dunkel gefärbte Steine speichern Wärme und verzögern Nachtfröste. Mauerbau ist aber arbeitsintensiv, da Stein-Hochbeete ewig halten lohnt sich die Arbeit auf jeden Fall. Beim Mauern sollten sie immer wieder die senkrechten Fugen nicht mit Mörtel verstreichen, damit die Erde im Beet atmen kann. Wir haben unsere Steine vom Abriss eines uralten Hauses – Vollziegel oder Klinker eignen sich nämlich hervorragend zum Hochbeetbau. Und warum nicht mal Material recyceln –  das haben schon die Trümmerfrauen erfolgreich gemacht.

  1. Worauf ich beim Bau achten sollte

Holzhochbeete sollten aus Hartholz gebaut werden. Noppenfolie aus dem Baumarkt schützt das Holz vor dem Verrotten und sorgt für eine Hinterlüftung der Holzbretter.

Ein Alu- oder Steinsockel schützt das Holz-Hochbeet von unten vor Nässe und sorgt für einen sicheren ebenen Stand.

In der Mitte benötigen Hochbeete aus Holz, Kunststoff oder Alu ab 2 Meter Länge zur Stabilisation eine Metall-Querstrebe, damit nach dem Befüllen die Beetwände vom Erdgewicht nicht nach außen gedrückt werden.

Zum Schutz vor Mäusen und Wühlmäusen sollte man unten in jedes Hochbeet ein Gitter einlegen, damit sich die Nager nicht durchwühlen können und ein gemütliches Nest anlegen. Für die Nager wäre dies Ideal, schön warm und geschützt wohnen und dann wächst das Futter noch direkt über dem Kopf.

Schneckenschutz ist auf jeden Fall von Vorteil. Die Molusken krabbeln nämlich auch in höchste Höhen, wenn sie etwas Leckeres zum abraspeln vermuten. Entweder rund um das Hochbeet wird ein Schneckenzaun geschraubt oder sie befestigen ein Kupferband rund um das Hochbeet.

Ein sonniger Platz ist für alle Gemüsebeete wichtig, also auch für das Hochbeet. Am besten eignet sich die Westseite oder Südseite des Gartens. Außerdem sollte das Beet auf ebener Fläche stehen.

Die maximale Breite eines Hochbeetes sollte der Arm des Gärtners bestimmen. Bei 100 bis 150 cm Breite lässt sich auch noch die Beetmitte bequem erreichen, wenn das Hochbeet von beiden Seiten zugänglich ist. Ist das Beet an eine Garagenwand angebaut muss es entsprechend schmäler geplant werden.

Bequeme Wege: Wenn sie mehrere Hochbeete bauen, denken sie daran, zwischen den Beeten genügend Platz zu lassen. Schließlich sollten sie mit einer Schubkarre zumindest von einer Seite gut an das Hochbeet herankommen. Zwischen den Hochbeeten benötigen sie mindestens 50 cm Platz um im Stehen gärtnern zu können und sich noch umdrehen zu können. Steht das Beet solo, genügt ein Weg von 30 cm Breite um das Beet.

Ein Sitzplatz vor dem Hochbeet gefällig. Bitte schön, einfach einplanen. Die Hochbeetwand wird dann zur Rückenlehne und mit einer Holzauflage und einem Kissen wird’s auch schön gemütlich.

Der sonnige windgeschützte Platz vor dem Hochbeet ist auch Ideal zum Anbau von Stabtomaten. Mit ein paar Pfosten im Hochbeet und in der Erde lässt sich auch schnell eine Überdachung für die Tomaten zaubern.

  1. Befüllen des Hochbeetes

Ein Hochbeet wird schichtweise befüllt.

Schicht 1: Unten kommen grobe Holz-Schnittabfälle ins Beet. Das kann auch überlagertes Brennholz sein oder Astschnitte und ganze Stämme und Wurzelstöcke vom Bäume-Schneiden.

 

Schicht 2: Darauf kommt eine Schicht Strauchschnitt, dünne Zweige, Grasschnitt, Laub, altes Stroh oder Heu und grober unverrotteter Kompost. Fragen sie hier auch ihre Nachbarn. Bevor das Schnittgut auf dem Bauhof gefahren wird, befüllen sie lieber gemeinsam ihr Hochbeet.

 

Schicht 3 optional: Wer möchte kann nun eine 20 cm dicke Schicht Pferde- oder abgelagerten Kuhmist einschichten.

Schicht 4: Darauf kommt 20 cm Mutterboden. Obenauf sollte man 20 cm fein gesiebten fertigen Kompost oder Blumenerde einfüllen.

Da ein Hochbeet Unmengen an Erde benötigt, werden sie selten darum herum kommen Erde vom Erdenwerk zu kaufen. In den ersten 2-3 Jahren fällt die Erde im Hochbeet zusammen, weil die unteren Schichten verrotten und kompostieren. Füllen sie also im Februar vor der Bepflanzung immer wieder gute abgelagerte Kompost-Erde nach.

  1. Pflanzplan für 3 Ernten im Jahr

Frühjahr (ab Ende Februar, Mitte März ab 7 Grad Bodentemperatur):

Sähen: Spinat, Radieschen, Rettich, Feldsalat, Rucola, Stielmus, Frühlingszwiebeln Pflanzen: Pflück-Salat, Kopfsalat, Kohlrabi,

Verlängern sie die Pflanzsaison, sähen und pflanzen sie oben genanntes Gemüse schon ab Ende Februar. Wer ab Anfang Februar eine schwarze Folie auf das Beet legt, sorgt dafür, dass die Erde darunter schneller auftaut. Manche Gärtner halten mit der Folie auch bereits den ganzen Winter über die Erde frostfrei.

Die Frühlingsgemüse schön warm halten: Spannen sie einen Kunststofftunnel über das Beet um die Wärme besser im Beet zu halten.

Eine andere Methode wären Frühbeetscheiben. Wenn das Beet nicht so hoch mit Erde befüllt ist (etwa 40 cm unter dem Rand) lassen sich Frühbeetscheiben auflegen und das Gemüse hat darunter genügend Platz zum keimen und wachsen. Oder sie bauen sich einen mobilen Frühbeetkasten, welcher sich auf das Hochbeet stellen lässt.

Bei extremen Frösten ab -8 bis -10 Grad spannen sie 1-2 Vliesschichten über das frühe Gemüse. Dazu müssen sie sich noch nicht einmal bücken und die Vliesenden lassen sich mit Brettern schön auf den Hochbeeträndern fixieren. Die oben genannten Gemüse halten leichte Fröste gut aus. Sie bilden einen eigenen Frostschutz, tauen wieder auf und wachsen weiter.

Sommer (ab Mitte Mai): Mangold, kleinwüchsige Balkon-Tomaten oder Stabtomaten (mittig im Beet), Buschbohnen, Batavia-, Eis- oder Romana- Salate, Karotten, Freiland-Gurke, Lauch, Rote Beete, Kohl, Neuseeländer Spinat.

Wärmeliebende und nährstoffhungrige Pflanzen wie Paprika, Chili, Zucchini, Kürbis und Staudensellerie gedeihen besonders gut auf dem sonnigen Hochbeet. Stabtomaten fühlen sich zu Füßen einer warmen Hochbeetwand wohl. Besonders gut im Windschatten und mit reichlich guter Erde versorgt. Wer Zwiebelgewächse, Kohl und Karotten pflanzt, sollte ein feinmaschiges Gemüsenetz über das Hochbeet spannen, damit die Saaten vor Schad-Insekten geschützt sind.

Im Sommer auf die abgeernteten Flächen gleich nachpflanzen: Salat, Kohlrabi, Buschbohnen (bis Ende Juli), Sommer-Radieschen

Herbst (Ab Ende August): vorgezogene Pflanzen von Zuckerhut und Endivie, Knollenfenchel, Rote Beete, letzte vorgezogene Buschbohnen, Chinakohl (Kohl immer mit Gemüseschutznetz anbauen). Saaten von Feldsalat, Winterrettich, Radieschen und Spinat.

Bei frühen Frösten wird die Erntesaison mit den selben Maßnahmen verlängert wie im Frühjahr. Vlies, Folientunnel und Frühbeetscheiben.

  1. Hochbeet als Erdmiete

Im Winter lässt sich ihr Hochbeet als Erdmiete nutzen. Da die Erde im Beet zusammengefallen sein dürfte, reicht es oft schon aus, eine Lage Stroh auf das Beet zu schichten. Darauf werden die schönen, gesunden Wintergemüse nebeneinander geschichtet. Anschließend erst mit Stroh und dann mit Folie zugedeckt. Beschweren und fixieren sie die Folie mit Brettern. Wenn sie am Rand des Hochbeetes mit Schildern markieren, welches Gemüse wo lagert, sparen sie sich im Winter langes Suchen.