Nützlingsförderung für den Laufkäfer

Servus, ich bin der flotte Otto ein Laufkäfer

Die Menschen lieben mich weil ich ungeliebte Schneckeneier, Kartoffelkäferlarven, Drahtwürmer, Läuse und Milben fresse. Klingt das nicht gut? Zugegeben, wir Laufkäfer gehören nicht zu den Sympathieträgern im Garten. Wir sind kleine, meist sehr dunkle Käfer sehen nicht so hübsch aus wir unsere roten Käferverwandten die Marienkäfer. Aber wir flitzen auf unseren robusten Beinchen flott über den Gartenboden und können, wenn wir uns bedroht fühlen, ein übel riechendes Sekret abgeben. Das ist doch besser als James Bond, oder? Doch zu sehen bekommt man uns fleißigen Insekten ohnehin selten, denn unser nützliches Werk verrichten wir in der Nacht. Dass Laufkäfer auch gern gesehene Gartenbewohner wie Regenwürmer fressen, fällt in einem artenreihen Garten nicht ins Gewicht und kann sogar vorteilhaft sein. Denn durch unser breites Nahrungsspektrum überleben wir Laufkäfer auch dann, wenn kurzzeitig wenige Schädlinge vorhanden sind. Und sobald sich Raupe, Schnecke oder Blattlaus wieder vermehren, sind wir sofort zur Stelle.

Was ich liebe und brauche:

Damit sich der Laufkäfer im Garten wohlfühlt, helfen schon kleine Maßnahmen.

  • Eine Wiese mit Klee, welche nur 2 x im Jahr gemäht wird.
  • Eine Hecke, am liebsten mit Wildobstarten. Darunter bitte nicht aufräumen und das Laub liegen lassen. Dort befindet sich unsere Kinderstube und unser Versteck für den Tag.
  • Ein Staudengarten mit vielen bodendeckenden Pflanzen dazwischen.
  • Totholz- und Laubhaufen, sowie Trockensteinmauern bieten uns Lebensraum. Hier überwintern wir auch gerne.

Was ich nicht mag oder was mich sogar umbringt:

  • Insekten-Spritzmittel
  • Monotone Rasenflächen
  • Rasenmäher-Roboter, welche das Gras und uns gleich mit kurz und klein häckseln.

Einen Käferkeller bauen:

Eine tote Ecke im Garten an denen es zu trocken, zu feucht oder zu dunkel ist und nichts wächst hat wohl jeder im Garten. Ideal für den Bau eines Käferkellers.

  1. Heben Sie ein Loch von 1 Meter x 50 cm aus. Tiefe 50 cm. (Mindestgröße, der Käferkeller kann gerne auch größer sein). Das Aushubmaterial können sie rund um den Käferkeller zu Hügeln aufschichten um es später zu bepflanzen.
  2. Bringen sie eine dünne Drainageschicht aus Kies und Sand ein. (Bei trockenen, sandigen Standorten ist dies nicht nötig)
  3. Stellen sie große Holzscheite, Baumwurzeln, dicke Äste usw. in den Keller. Natürlich sollte alles Holz unbehandelt sein, gerne auch in verschiedenen Verwitterungsstadien. Imprägniertes und lackiertes Holz gehört nicht in den Käferkeller.
  4. Füllen sie nun rund um die Stämme mit einem Erde-Sand-Gemisch auf, um die Stämme etwas zu stabilisieren.
  5. Neben die aufgestellten Stämme legen sie richtig morsche Stämme unten in den Käferkeller, damit möglichst schnell eine Mulmschicht entsteht. Einige Stämme und dicke Äste werden auch kreuz und quer auf dem Boden gestapelt, so dass möglichst viele Hohlräume entstehen. Außerdem finden die aufgestellten Stämme so einen noch besseren Halt.
  6. Das restliche Loch füllen sie eben mit Laub, Stroh, Heu, Pflanzenstängeln, Sägespänen, Rindenmulch, Aststücken und Hackschnitzel auf.
  7. Obenauf können sie noch mit halben Baumstämmen abdecken. Gut, wenn das Holz schon etwas morsch und von Käfern bereits besiedelt ist.
  8. Sie können auch noch ein paar Steine neben und auf den Käferkeller häufen, auch in den Lücken von warmen Steinen versstecken sich Käfer gerne.
  9. Rundherum pflanzen sie Doldenblütler, wie wilde Möhre, Kümmel, Tee-Fenchel, Anis, Dill und Liebstöckel. Gerne auch wilde Malve und einfach blühende Rosen. Oder den Liebling aller Schmetterlingsraupen: Brennnesseln.

Ist der Standort ihres Käferkellers eher schattig und feucht, werden außer Käfern auch Kröten und Frösche einziehen. An sonnig-trockenen Standorten fühlen sich auch Eidechsen, Heuschrecken und Spinnen wohl.

Autorin: Petra Herbach